ISSN 2359-4101

Brazilian Literature in Translation / Literatura Brasileña en Traducción

Issue / Numero

year/año: 2012
issue/numero: # 02



Ribamar


Author | Autor: José Castello


Translated by Michael Kegler

1

Mein Leiden hat einen genauen Ursprung: Ich bin besessen von Franz Kafka.
Ich beneide ihn nicht und will auch nicht so sein wie er. Noch weniger
hasse ich ihn, und mit etwas Mühe erkenne ich auch seine Größe an. Mein
Problem ist, dass mir Franz Kafka nicht aus dem Kopf geht.
  Dies begann, als ich noch ein Kind war. Irgendwo ent-deckte ich ein Foto mit
diesem unruhigen Blick wie dem mei-nen. Er war stets dunkel gekleidet wie ich.
Ein Schatten umgibt ihn, und ich spüre, wir mir ein Schauer den Rücken hinabläuft.
  Und nicht nur an Franz muss ich denken, sondern auch an seinen Vater,
Hermann Kafka, und immer wenn mir die beiden in den Sinn kommen, denke ich
auch an dich, Papa. Einge-zwängt zwischen diesen drei kämpfe ich um mein Leben.

  Ein Nachbar von mir, Professor Jobi, dem ich von meiner Absicht erzählte, das
Verhältnis von Franz Kafka zu seinem Vater zu nutzen, um über das schwierige
Verhältnis von uns beiden zu reflektieren, warnte mich vor den Risiken dieses
Projekts. "Gib acht, dass du daraus kein Instrument deiner Rache machst."
  Er war es auch, der mich darauf brachte, dass "Kafka" übersetzt eine Art Krähe
sei, und diese harmlose Verbindung ein schlechtes Vorzeichen sein könne.
  Ich glaube dem Professor nicht und übernehme seine Übersetzung nur, weil
ich sie brauchen kann. Das sind die Vorteile der Fiktion: Hier darf ich alles.
  Ich habe Dir noch nicht gesagt, Vater, dass ich an einem Roman schreibe.
Ich weiß nicht, ob er je fertig wird. Korrekter wäre, ich würde es Aufzeichnungen
nennen für ein Buch, das ich irgendwann einmal schreiben werde. Es wird Ribamar
heißen. Und ich werde es Dir widmen.
  Zurück zur Übersetzung von Professor Jobi. Kafka, die Krähe. Mir gefallen
solche kruden Verbindungen zwischen Wörtern. Sie führen zu groben Fehlern, die
unterschwellig doch Wahrheiten transportieren.
  Seit ich mit diesen Notizen begonnen habe, träumte ich tatsächlich immerzu
von Vögeln. Kleinen, rundlichen, schwarzen Vögeln. Sie umkreisen mich und
diktieren mir schauerliche Sätze. Für mich ist klar: Ich habe von Krähen geträumt.
Und gehe ein Stückchen weiter: Ich träumte von Franz Kafka.

  Die angenommene Existenz eines Franz Kafka eröffnet mir einen Weg. Krähen
werden auch mit Geschwätzigkeit assozi-iert. Krähen reißen ihren Schnabel auf wie
die Schwätzer und die Hysterischen. Kafka war ein sehr stiller Mann, dessen Stille
allerdings einherging mit einer brodelnden inneren Geschwätzigkeit.

  Ich komme zu dem Schluss, dass zwischen Kafka und mir eine Verbindung
besteht: nicht das Aussehen oder irgend eine andere Äußerlichkeit, auch nicht in
Stil oder Intention, und schon gar nicht seine Größe.
  Wir sind verbunden - wie zwei Marionetten am selben Strang - durch eine Art
inneren Brodelns, das ich beschlie-ße, das Moment der Krähe zu nennen.



2


Vor der rauen Nacht erscheinen - wie riesige Raben - die letzten Bilder, die ich
von dir im Kopf habe, Vater.
  Ich komme zu spät. Der Pfleger sagt: "Ein schnelles Bad, das geht schnell".
Seine pfeifende Stimme erinnert mich an den Klang eines Grammofons: "Ich will
kein Bad, ich will hinuntergehen".
  Seine Füße mit den hervorspringenden Knochen sind Kral-len. Trotz der
Erregung stehst du aufrecht. "Ich will hin-untergehen". Ich frage, wohin du gehen
willst. Um diese Uhrzeit schlafen alle Patienten schon - außer den zwei oder
drei, die sich selbst nicht ertragen und stöhnen. "Ich will hinuntergehen, ich will
hinuntergehen", sagst du mit Nach-druck.
  Ich umklammere ihn von hinten und gebe ihm einen Kuss. Sein Bart kratzt an
meinen Lippen. "Wenn du mich wäschst, bade ich". Er wedelt angewidert mit den
Händen, um damit zu sagen, dass ihn der Fernseher stört. Wir schweigen. Wie
schnelle, aber tiefe Messerstiche schneiden einige Seufzer durch den Raum.
  Ich knöpfe sein Hemd auf. Du bist abgemagert, und doch sind noch Reste von
Muskeln zu erkennen, sie stechen ins Auge wie Schuppen. Die Körperhaare sind
fester. Sie wachsen aus Nase und Ohren. Ich nehme eine kleine Schere und beginne
damit, sie zu schneiden.
  Das hat nichts mit Hygiene zu tun und auch nicht mit Ästhetik. Es ist eine Art
Zärtlichkeit. Du gibst dich den Liebkosungen der Schere hin. Du folgst mit den
Augen der Bewegung. Zitterst ein wenig.
  Plötzlich sagst du: "Ich will deine Mutter sehen". Vor ein paar Minuten ist sie
hastig, getrieben von irgendeiner alltäglichen Verspätung, gegangen. Wir können
ihr Kölnisch Wasser noch riechen.
  Deine ans Kopfende geklammerten Hände (Krallen am Käfig) machen dich zu
einem Vogel. Riesig, mit gestutzten Flügeln, die Nase in einen Schnabel verwandelt,
die Haare hart wie eine Krone. Zum Abflug bereit. Zum Schlag.
  "Vater", und mehr kann ich nicht sagen. "Los, zieh schon die Hose aus". Du
willst dich nicht hinsetzen, so dass die Hose, als ich das Band löse, zu Boden gleitet.
  Als ich mich bücke, um deinen Fuß anzuheben, befindet sich direkt vor meinen
Augen dein welkes Geschlecht. Ein Kinderpenis zwischen unverhältnismäßig
großen Hoden. Dieses tote Geschlecht, aus dem ich entstanden bin.
  Die Ablehnung lässt mich wieder aufstehen. Vergessen, dass ich ihm beim
Sterben helfe und nicht beim zur Welt kommen, pfeife ich ein Lied. Dieses Lied, das
mich bis heute belastet.


3


Beklemmung steigt mir den Hals hinauf. Ein unwillkürli-cher Schwall, der sich
Bahn bricht - als müsse sich eine andere Person anstatt meiner übergeben
–, ergießt sich über uns beide. Eine Dusche des Ekels, Überreste meiner selbst,
meines Schmerzes. "Vater", stammle ich. Stoße auch diese Worte aus mir heraus.

  Zwei Putzleute kommen. Einer führt ihn direkt unter die Dusche. Während sie
ihn einseifen, höre ich: "Ich will nicht duschen, ich will hinuntergehen". Dann wirst du
energischer: "Ich will meinen Sohn. Ich will, dass er mir hilft beim Hinuntergehen."

  Ich frage den Pfleger, was unten ist. "Nichts. Nur der Empfang, die Garagen
und ein Lager." Und dann, als sehe er endlich eine Art Sinn in all dem, sagte er:
"Vielleicht hat ihr Vater die Absicht zu fliehen."

  Das ist eine Anmaßung. "Besser, Sie sprechen nicht an seiner Stelle", sage ich,
und meine Stimme klingt fester als beabsichtigt, aber es ist zu spät, daran etwas
zu ändern. Mein Krähenblick gleitet über den schmutzigen Boden.

  Dunkelheit ist um mich herum. Plötzlich hält der Bus auf offener Straße. Ohne
jede Hast steht der Fahrer auf, greift sich eine Art Peitsche mit Strohfäden und öffnet
die Tür. Die Nacht bläst einen Hauch ohne Bedeutung. Ich kauere mich zusammen.
"Chh, chh". Der Fahrer scheucht Tiere vom Weg. Sein Fauchen ist lang und
verstörend. Er ist klein und führt die Peitsche wie ein Maestro. Ich sitze ganz vorne.
Als er zu-rückkehrt, sagt er: "Jede Nacht dasselbe. Viecher, die nicht wissen wohin.
Wann hört das endlich auf?"

  Und wieder sehe ich ihn, meinen Vater. Unter der Dusche, die Beine angewinkelt,
um nicht zu fallen, die Hände um den Handlauf gekrallt. Sogar unter dem warmen
Wasser zitterst du. Ohne den Schwamm loszulassen, fragt der Pfleger: "Sind Sie
sicher, dass alles in Ordnung ist?" Die Antwort kommt prompt: "Ich stehe auf
eigenen Beinen. Genügt ihnen das nicht?" Gekränkt überlässt der junge Mann ihn
meinen Händen.
  Du wirkst (bitte verzeih) wie ein Affe. Aus dem weißen Schaum taucht ein
spitzes Gesicht auf, überzogen von lede-riger, künstlich aussehender Haut. Ich will
nichts beschö-nigen: Dein Körper, so welk und unförmig, ekelt mich an.

  Und wieder steigt bitterer Geschmack auf, drängt nach außen, doch ich
beherrsche mich. Ich muss das Wenige, das ich bin, beherrschen, sonst kann ich nicht
standhalten. Das bin ich: Ein Mann, der sich auflöst. Und du schaust mir da-bei zu.

5

Absender und Empfänger gibt es nur bei der Post. Das erfuhr ich, als A., ein
Bekannter, mich aus Rio de Janeiro anrief, um mich etwas zu fragen.
  A. ist Schriftsteller und weiß um das Gewicht der Worte: "Erinnerst du dich,
deinem Vater zum Vatertag 1973 Kafkas "Brief an den Vater" geschenkt zu haben?"
  Wir waren uns nie sehr nahe gewesen, hatten uns erst in den neunziger Jahren
etwas besser kennengelernt. Wie konnte er wissen?
  Ohne meine Antwort abzuwarten, las er die Widmung: "Dem geliebten Papa.
Dein Sohn José". Darunter: "Vatertag 1973." Weiter nichts.

  Es stimmt: Zum Vatertag 1973 schenkte ich dir Kafkas "Brief an den Vater". Ich
erinnere mich genau – an den Fehlschlag.
  In dem Geschenk steckte eine Absicht. Damals sprachen wir kaum miteinander.
Nicht einmal über die Schwierigkeit zu sprechen, konnte ich reden. Ich kaufte das
Buch von Franz Kafka eher zufällig in einem Schreibwarenladen in Co-pacabana.
Der schwarze Umschlag hatte mich mehr interessiert als der Titel, der mich abstieß.
Ich las es mit Mühe aber mit wachsendem Erstaunen.

  In seinen Worten an den Vater Hermann Kafka, bediente sich Franz nicht nur
meiner eigenen Worte, sondern nahm re-gelrecht meine eigene Position als Sohn
ein. Die selben Worte, die in meiner Kehle Schmerzen bereiteten und mich am
Sprechen hinderten, setzten, von Franz Kafka gesagt, Wahr-heiten frei.

  Ich brauchte nicht mehr nach Worten suchen für das, was ich sagen wollte.
Sie waren schon da, auch wenn sie mir zum großen Teil noch entglitten. Von einem
großen Autor ausge-sprochen, wurden sie nicht nur überhöht, sondern geradezu
glaubwürdig. Zweiundneunzig Seiten, in denen zusammengefasst war, was ich all
die Jahre vergeblich zu sagen versucht hatte.

  Ich nahm das Buch, schrieb die Widmung hinein und legte es Dir auf den
Nachttisch. Mit dieser Geste erwiderte ich die Worte, die Franz von Hermann zu
hören bekommen hatte, als er ihm das erste Exemplar des "Landarzt" geschenkt
hat-te, das einzige Buch, das er seinem Vater je widmete.
  Als Hermann das Buch in Empfang nahm, sagte er nur: "Leg es auf die
Kommode". Ich weiß nicht, ob Franz dies getan hat oder nicht, doch ich tat es an
seiner Stelle, mit einem anderen Buch. Und damit zahlte ich es ihm heim.

  Franz erfuhr nie, ob sein Vater den "Landarzt" gelesen hat. Wir wissen jedoch,
dass Hermann Kafka nie den "Brief an den Vater" gelesen hat, ein Buch, das Franz
als Gefangener seiner Angst lieber der Mutter Julie gab und nicht seinem Vater.
Und seine Mutter hat es, um ihn zu schützen, nie ihrem Mann gezeigt.

  Franz war ein einsamer Mann. Schüchternheit war die Kehrseite seiner
Medaille: Die Angst, entlarvt zu werden. Als hätte er ein Verbrechen begangen,
und jeden Moment könnte man kommen und ihn festnehmen. Diesem Schicksal
zu-vorkommend handelte er wie ein Gefangener. Er war schlauer als seine Häscher.
Und grausamer.

  Ich weiß nicht, ob du "Brief an den Vater", je gelesen hast, jenes Buch, das ich
dir 1973 geschenkt habe – 54 Jahre nachdem Franz es schrieb. Sollte meine Mutter
es Julie Löwy nachgemacht, sich zwischen uns geworfen und das Buch an sich
genommen haben?
  Auch wenn ich mich nicht direkt an dich gewandt habe, war ich immerhin
mutiger als Franz. Ich habe einen Schritt mehr getan: Ich bin in dein Zimmer
eingedrungen. Was nicht wenig ist. Es war eine männliche Geste, die mir Mut
gemacht hat.
  Mein Freund A. war so freundlich, jenes Exemplar des "Brief an den Vater"
für mich zu kaufen. Welchen Weg mag dieses Buch genommen haben in den
vergangenen vierzig Jah-ren, bevor es zu mir zurückkehrte? Er schickte es mir mit
der Post und bot sich somit als Dein Stellvertreter an.

  Vielleicht erklärt dies die Probleme, die ich mit unse-rer Freundschaft habe.
Vielleicht sehe ich in A. nicht un-bedingt Dich, aber einen Platzhalter – einen Diener,
stelle ich mir vor, um ihn zu demütigen. Einen einfachen Überbrin-ger, der, wie ein
argloser Briefträger, keine Ahnung hat von der Brisanz des Umschlages, den er
übergibt.
  Das Buch wurde mir nicht überbracht, sondern zurückge-geben – in einer
verächtlichen, unhöflichen Geste. Ich zit-terte, als ich nach 33 Jahren den "Brief an
den Vater" in Händen hielt, in dem Du einmal geblättert hast. Es zumindest hättest
tun können. Oder nicht einmal das?
  Die Blätter sind vergilbt und die Seiten ein wenig schief, aber intakt. Oben auf
dem Schmutzblatt, über der Widmung, prangt der matte Stempel des Antiquariats
in Rio de Janeiro, aus dem mein Freund dich gerettet hat. A. gab mir kein Buch
zurück, sondern ein Stück meiner Geschichte. Ich weiß nicht, ob ihm die Bedeutung
seiner Geste bewusst war.

7

Beim Schreiben überkommt mich Beklemmung. Der gleiche namenlose
Schmerz, der Gregor Samsa in "Die Verwandlung" zerstört. So zu tun, als
sei ich Gregor Samsa, so tun, als sei all dies wahr, könnte es mir beim Schreiben
behilflich sein? Es ist wie immer: Die Bücher, die ich schreibe, er-schlagen mich.
Wie die Pantoffelhiebe, mit denen wir uns der Kakerlaken entledigen.

  Ich sehe mich in einem kleinen, lichtlosen Raum, umgeben von unbekannten
Dingen. Der Raum verengt sich, die Bewegung ist eingeschränkt oder nutzlos, die
Atmung geht langsam. Schriftsteller sind einsam. Ich stecke in der Vereinsamung.

  Auch deine Anwesenheit hat mir stets Beklemmung verur-sacht und mich
erschlagen. Und dir war gleichgültig, dass aus mir ein Insekt (Samsa) wurde. Meine
kleine Metamorphose.

  Beklemmung entsteht aus Kleinigkeiten, dringt in De-tails, steckt in
Zwischenräumen. Morgens konnte ich nie ins Bad gehen, wenn du, wie immer in
Eile, deinen Pyjama auf der Ablage oder deine Pantoffeln vor dem Waschtisch
vergessen hattest. Deiner Kleidung entströmte der Geruch nach Verrat. Umgeben
von kalten Fliesen ging von ihnen eine Atmosphäre der Lüge aus.

  Also ging ich immer hastig hinein, wie ein Vertreter, (ein Samsa), der nur auf der
Durchreise ist durch ein Ter-rain, das ihm nicht gehört und ihm feindlich gesonnen
ist. Nur getrieben von der Notwendigkeit - mich zu waschen, zu urinieren. Getrieben.

  Wie Samsa hatte auch ich einen Chef, der mir keinen Au-genblick Ruhe ließ. Der
nur lebte, um mich zu überwachen. Heute bist du dieser Chef. Bis heute bist du das.

  Auf dem Boden des Badezimmers sah ich deine zusammenge-knüllten
Kleidungsstücke. Dieser Geruch zwischen Potenz und Blut unterdrückte mich.
Mein Körper öffnete sich wie eine Wunde. Zu leben bedeutete, der Gewalt dieses
Geruchs nach-zugeben.

  Die Unterdrückung, die mich schmerzte, ließ mich auch sehen, dass mir nichts
übrig blieb, als zu kämpfen. Doch erfolglos in meinem Fall. Ich klammerte mich, wie
ein Schiffbrüchiger (Robinson) an Trümmer. Und blieb dort.

  Inmitten des Unglücks trieb dein Pyjama. Hülle der Nacht, Überreste
vergangener Stunden zwischen Albträumen und Lust, Überrest eines Vaters, der
in diesem Augenblick schon geduscht, gut gekleidet, gut genährt, durch die Welt
zog, weit fort von mir. 


ENDE


Es ist Zeit, Koffer zu packen, Rechnungen zu begleichen und nach Hause
zurückzukehren. Die Sätze einwickeln, Hoff-nungen zusammenfalten, Illusionen
zurücklassen. Man sucht nicht nach dem, was man bei sich trägt.

  Bevor ich die Straße nehme, muss ich noch zur Post. Ich habe einen Brief
aufzugeben. Diesen Brief an Dich, Ribamar, meinen Vater. Die Frau hinter dem
Schalter schaut mich un-gläubig an: "Hier fehlt die Anschrift". Ich antworte:
"Schicken Sie ihn irgendwo hin."





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